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Kurzbeschreibung Pressestimmen Inhaltsverzeichnis Leseprobe
Körperdüfte
Erotische Geruchserinnerungen
Paperback, 194 Seiten mit 17 Abbildungen
ISBN 3-89741-077-X
In wen wir uns verlieben, entscheiden angeblich zuerst die
Augen. Doch je näher wir uns kommen, desto mehr bestimmt die Nase, wo es
langgeht. Sie wacht über den nächsten Schritt und bestimmt, ob mehr
daraus wird oder nicht. Das belegen intime Erinnerungen und Geständnisse
von mehr als hundert Frauen und Männer.
Mit ungewöhnlicher Offenheit schildern ganz unterschiedliche Menschen im
Alter zwischen 15 und 83 ihre »Geruchs-Passionen«, die unterhaltsam
und kenntnisreich kommentiert werden. So wird der Leser ganz nebenbei zum Geruchsspezialisten,
weil das Buch in die geheime Welt der Düfte und des Geruchssinns eindringt.
Dabei kommt man sich natürlich auch selbst auf die Spur...
»Weitaus unterhaltsamer berichtet die Geruchsforscherin
Ingelore Ebberfeld über die ’Macht der Lockstoffe’ (...) Herausgekommen
ist eine ergötzlich zu lesende, klug kommentierte Anthologie der Vorlieben
und Abneigungen, von der schmachtenden Erinnerung an das Parfüm der ersten
Geliebten und der Leidenschaft, die es auslöste, bis hin zu der erstaunlichen
Feststellung, dass unser Geruchssinn nach einer Reise durch das gestanksintensive
Indien die hygienische europäische Umgebung als ekelhaft überparfümiert
empfinden kann.«
DIE ZEIT
»Dass es aber nicht in erster Linie Parfüm- oder
Deodüfte sind, die Mann und Frau erotisch oder sexuell ’antörnen’,
sondern andere individuelle körpereigene Gerüche ..., davon ist die
Wissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld überzeugt. (...) Man leugnet zwar
nicht, dass es sie gibt, aber es ist peinlich, darüber zu sprechen.«
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
Ebberfelds Fazit: »Gerüche sind nicht nur das Tor
zur Seele, sondern auch der Schlüssel zur Sexualität.«
DIE WELT
»Die Autorin hält sich ... mit wissenschaftlicher
Theorie weitgehend zurück. Sie läßt vielmehr ihre zahlreichen
Interviewpartner zu Wort kommen. Ausführlich und mit oft erstaunlicher
Offenheit berichten sie über ihre eigenen intimen Erlebnisse und Erfahrungen
mit der Erotik von Düften ... «
KUNSTZEITUNG
»Ebberfeld läßt in diesem sehr unterhaltsamen
Buch Menschen ... über Geruchsvorlieben und -erinnerungen schreiben, und
sie tun das spürbar gern. Schwelgend und schwärmend erzählen
sie von stimulierenden Düften in erotischen Beziehungen.«
EKZ-INFORMATIONSDIENST
Einleitung
Schlußbetrachtung
Epilog
Auszug aus der Einleitung
Bevor Sie anfangen dieses Buch zu lesen, sollten Sie noch einmal ganz bewußt Ihre Gerüche wahrnehmen, damit Sie genau wissen, wovon im folgenden die Rede ist. Auch möchte ich Sie davor bewahren, daß Sie falsche Geruchseindrücke bekommen. Ich weiß, Sie sind kein Laie auf dem Gebiet der Düfte, auch nicht auf dem Gebiet der Körpergerüche, aber trotzdem: Riechen Sie einmal ganz bewußt Ihre Hände, Ihre Achseln, Ihre Füße, Ihre Kopfhaut und natürlich auch Ihren Intimbereich. Mir ist klar, daß gerade die Gerüche unterhalb der Gürtellinie vielen Menschen Schwierigkeiten bereiten, aber sie gehören nun einmal zu uns, insbesondere wenn es um die Sexualität geht. Wenn Sie meinen , daß Sie einige Ihrer Regionalgerüche nicht riechen können, weil sie für die Nase unerreichbar sind, dann nehmen Sie Ihre Hände zu Hilfe —, die Sie zuvor nach Möglichkeit ohne Seife waschen.
Und, wonach riecht es? Das ist schwer zu sagen, nicht wahr?
Denn Gerüche haben keine eigenen Namen, außer Parfümdüfte
oder chemisch hergestellte Riechstoffe. Unter anderem daher ist es für
uns so schwer, Düfte zu benennen, insbesondere vielschichtige Düfte,
wie es die Körperdüfte nun einmal sind. Aber wir haben uns einen listigen
(Um-) Weg einfallen lassen, um sie dennoch bezeichnen zu können: über
die Umschreibung, den Vergleich und den Bezug auf die Trägerstoffe.
So ist zunächst die Rede vom Kopfhaut-, Achsel-, Fuß- oder Schamgeruch.
Aber, und das ist das Entscheidende, es sind nicht irgendwelche Gerüche,
die Sie an Ihrem Körper wahrnehmen, sondern es ist der Duft Ihrer Achselhöhle
usw. Es sind ganz individuelle Gerüche, die Ihnen da in die Nase steigen,
Gerüche, die nur Sie abgeben und die sogar stark variieren können,
je nachdem was Sie beispielsweise gegessen haben, ob Sie krank sind, wie es
um Ihren Hormonhaushalt bestellt ist oder in welchem Gemütszustand Sie
sich gerade befinden. Das wissen Sie sicher aus eigener Erfahrung, wie Sie ja
auch wissen, daß Ihr Partner oder Ihre Partnerin »besonders«
duften, eben nach ihm oder nach ihr, unverwechselbar. ...
Briefbeispiele
Geruchserinnerungen eines 22jährigen Mannes
Ich liebe den Körpergeruch meiner Freundin und auch
den »Mundgeruch«, der ein sehr eigentümlicher Geruch
beziehungsweise Geschmack ist, nach gekochtem, warmem Broccoli.
Ihr Körpergeruch ist besonders am Halsansatz sehr intensiv, doch ich kann
nicht beschreiben, wonach er riecht. Er erscheint mir wie ein Aphrodisiakum,
und weil es so wunderbar riecht, bin ich während des Geschlechtsaktes zuweilen
verlockt, in ihr »Fleisch« zu beißen ...
Die erotisierende Wirkung ihres Geruchs hält auch nach einiger Zeit oder
nach einigem Schweiß noch an. Das habe ich bei früheren Partnerinnen
noch nie erlebt, deren Körpergeruch war nach einiger Zeit Geschlechtsverkehr
eher unangenehm.
Doch der Duft des Schweißes meiner Freundin bleibt weiterhin erregend,
bis er – leider – irgendwann von dem unangenehmen Geruch meines
Spermas »übertönt« wird (...)
Das mag sich jetzt vielleicht sehr verklärt, »betört«
und »frisch verliebt« anhören, doch dafür sind wir bereits
»zu lange« zusammen (...)
Geruchserinnerungen einer 20jährigen Frau
(...) Beim Geschlechtsverkehr mit meinem Freund rieche ich seinen Körpergeruch, wie eine Aufforderung, wie eine Blume, die ein bißchen, ja schon fast aufdringlich riecht, so wie Maiglöckchen ungefähr. Nicht vom Geruch her, sondern von der Intensität. Vor dem Geschlechtsverkehr sind meiner Meinung nach »Körpersäfte« eher geruchlos. Also entwickelt sich erst der Geruch durch die Mischung der »Körpersäfte«. Nach dem Geschlechtsverkehr hängt ein Geruch in der Luft, der sehr süßlich riecht. Es ist schwierig, etwas vergleichbar Riechendes zu finden. Vielleicht eine Mischung aus Moschus, Gesichtscreme (Vichy) und Aloe Vera (aus den Kakteen).
Geruchserinnerungen einer 28jährigen Frau
Die Beziehung zu meinem letzten Partner war sehr von sexueller Leidenschaft geprägt, wenn nicht sogar bestimmt. Schon bei der allerersten Begegnung hat es deutlich spürbar zwischen uns gefunkt. Wir lernten uns beim Tanzen kennen, deutscher Volkstanz, Partnertanz also, und waren beide sehr erregt und erhitzt durch die körperlichen Berührungen und Anstrengungen. In der Pause beobachtete ich, wie Peter mein Tuch, welches auf einem Stuhl lag, nahm und heimlich daran schnupperte. Ich war erstaunt, daß er dies bei der ersten Begegnung tat, und habe auch später festgestellt, daß er einen sehr ausgeprägten Geruchssinn hat. Das bedeutet nun aber nicht, daß er körpereigene Gerüche ablehnte, sondern im Gegenteil sie genoß. Er ging sehr frei damit um. Ich selbst finde das sehr schön, da ich wirklich sagen muß, daß mich der Geruch von Parfüm oder Aftershave absolut abtörnt, alle Sinne tötet. (...)